My time in Tanzania 11

20.01.2020
Im Koma durch die Serengeti und Panne in der Savanne

Kurz vor Sonnenaufgang stehen wir oben an der Hauptstraße und warten auf den Driver mit dem Jeep. Joseph hat einen Vorrat an Wasser und etwas Verpflegung dabei, wir unser Gepäck für die zwei Tage, die vor uns liegen.

Ich hatte nach dem Aufstehen eine Ibuprofen genommen, denn ich fühle mich nicht besonders gut. Mir fehlt es an Kraft, ich muss ständig niesen und meine Nase putzen, habe einen schweren Kopf und mäßige Gliederschmerzen sowie bei jeder Erschütterung stechende Schmerzen im linken Brustkorb. Dieser Punkt macht mir eigentlich am meisten Sorgen… ist mein Herz irgendwie angegriffen?

Einsteigen

Der Jeep kommt mit nur einer Viertelstunde Verspätung, also pünktlich 😀 Wir verstauen alles und nehmen unsere Plätze ein. Da ich noch in Wasso beim Bankautomaten Geld holen muss, sitze ich auf dem Platz an der hinteren Tür. Denn der Jeep hat für den hinteren Fahrgastraum nur eine Tür auf der linken Seite. Von innen ist er leider nicht so in Schuss, wie es der äußere Anschein verspricht. Aber es wird gehen.

Der Bankautomat gibt mir kein Geld, weder mit der einen noch mit meiner zweiten Kreditkarte funktioniert es. Nun.. dann muss ich es später woanders noch versuchen. Wir biegen in Wasso auf die Straße Richtung Westen ab, die direkt an das nördliche Kleins Gate der Serengeti führt. Ich hatte bei unseren Safari-Planungen mehr als einmal angeboten, dass auch ich fahren könnte; dann würden wir uns das Geld für den Driver sparen. Zudem… ich fahre gerne, traue es mir zu und hab schließlich im letzten Herbst in Wolfsburg ein Off-road Fahrtraining absolviert. Einzig die Straße/Piste zu finden, könnte etwas schwierig sein. Bei Google Map ist der Weg nur schwerlich zu erkennen…. Das alles hat meine Mitvolunteers nur wenig bis gar nicht überzeugt und sie nur dazu veranlasst, mich einmal mehr Ulli Danger zu nennen. Okay.. schade war es schon.

Wie ich jetzt im Auto sitze, stelle ich mir vor, wie ich den Weg meistern würde. Es hat auch in der letzten Nacht massenhaft geregnet und die „Straße“ ist größtenteils matschig und rutschig. Immer wieder muss sich unser Driver einen anderen Weg suchen, um nicht im Schlamm steckenzubleiben. Bis zu einem gewissen Punkt bin ich mir sicher, dass ich es genauso geschafft hätte. Aber dann kippen wir an einer Stelle, wo es steiler bergab geht, fast um – ein mehrstimmiger Aufschrei verdeutlicht den Schreck, der uns alle in die Glieder fährt.

Wir benötigen einen Moment, um uns wieder zu beruhigen. Dann bricht Kim in ein hysterisches Lachen aus. Wir schauen sie verwundert an und sie kämpft sich zwischen den Lachattacken zu der Antwort durch: „And she thought she could drive us!“

🙈

Kurz hinter Wasso hat sich die Landschaft verändert. Die grünen Hügel und sanften Täler sind in eine flache, mal kahle, mal dichter bewachsene Savannenlandschaft übergegangen. Die ersten Tiere, die wir sehen, sind zwei Strauße.

Zwei Stunden nach unserem Start erreichen wir eine kleine Ortschaft, wo wir uns mit weiteren Getränken und einigen Süßigkeiten versorgen.

Dieser Ort liegt völlig abseits von irgendwelchen größeren menschlichen Siedlungen. Links Joseph, unser Guide
Aber er hat einen kleinen Laden. Die Süßigkeiten schmecken gut

Wir fahren weiter und stoßen bald auf einige Giraffen.

Was mich fasziniert, ist, dass so viele Tiere uns Menschen so neugierig beobachten

Kurz darauf erreichen wir Kleins Gate und damit den Serengeti Nationalpark. Es ist nur ein kleines, wenig benutztes Gate in the middle of nowhere. Wir können den Eintritt – 70 $ pro Tag und 30 $ pro Nacht, alles zusammen also 170 $ – per Karte bezahlen (ich bange einige Minuten, ob die Karte hier auch versagt – tut sie aber nicht), aber das ganze dauert fast eine Stunde (wie gut, dass hier nicht mehr Touristen sind!). Kim hat jedoch einen Ranger überredet, uns seine Steckdosen zu überlassen und wir sind alle happy, dass wir unsere Geräte laden können.

Ein idealer, warmer Platz für Geckos
Die Schädel sind beeindruckend – der linke war mal ein Flußpferd, der rechte ein Büffel
Auch lebendige Tiere sind zur Begrüßung da. Die Affen sind aber sehr scheu. Besser so…

Nun also sind wir in der Serengeti! So lang erwartet, so hart ausgehandelt und diskutiert. Endlich! Mein ursprünglicher Traum von Afrika hatte immer mit der Serengeti zu tun. Davon handelte das Buch, das ich in meiner Kindheit gelesen hatte, das meine Sehnsucht nach diesem Kontinent geweckt hat. Später kam dann der Wunsch dazu, Menschen hier zu helfen. Beides ist in meiner jetzigen Reise verbunden. Ich bin sehr dankbar.

Aber… ich kann diesen Empfindungen kaum nachgehen. Bin gar nicht in der Lage, tiefer zu fühlen. Das einzige, was ich fühlen kann, ist die schwindende Energie meines Körpers. Das Ibuprofen lässt in seiner Wirkung nach. Mein linker Brustkorb tut wieder weh, Gliederschmerzen kommen hinzu und ich bin kaum in der Lage, meine Augen offen zu halten, also lasse ich sie zu. Ich hänge schlapp auf meinem Sitz, den Kopf an die Fensterscheibe gelehnt, das Ruckeln und Schaukeln des Jeeps nehme ich kaum wahr, ich bin versunken in einen traumlosen Schlaf. Nur wenn einer meiner Mitreisenden ein Tier entdeckt und laut ruft: „Antilope“, „Giraffe“, „Turtle“, „Zebras“, „Elephants“, „Buffalos“ – dann schrecke ich aus meinem Koma auf, richte mich auf, mache aus dem Dach (das man ja bekanntlich bei Safari-Jeeps öffnen kann) ein paar Fotos und falle wieder zurück in mein Koma.

Bei einem Tier werde ich allerdings wieder etwas lebendiger. Der Alarmruf ist „Hyena“, aber was da durch das Gras läuft, sieht nicht nach einer Hyäne aus. Die Ohren sind groß und etwas spitzer, der hintere Rücken verläuft sehr gerade, das Fell ist auch scheckig, aber es fehlen die typischen Punkte und der Schwanz endet in einem weißen, fluffigen Büschel Haare. Ein Wild Dog!! Diese Tiere sind sehr selten – wir haben am Kleins Gate Plakate gesehen, auf denen Touristen aufgefordert werden, dem Park Ort, Zeit und am besten auch Fotos zu übermitteln, wenn sie diese Tiere entdecken sollten. Und wir Glücklichen dürfen nicht nur einen Wild Dog, sondern sogar eine ganze Familie sehen, die unter einem Baum Rast macht. Wie toll!

Ein afrikanischer Wild Dog – auf dem Weg zu seiner Familie
Leider keine gute Qualität, meinem Delirium geschuldet

Wir treffen auf weitere Tiere wie Pumbas – nun, okay, Warzenschweine, aber Pumba klingt viel netter, vor allem, weil die Tiere genauso aussehen wie das gemütliche, sympathische Schwein aus dem König der Löwen.

Auch bei den Pumbas ist eine ganze Familie unterwegs
Dieses Foto schicke ich mit, weil ein Schmetterling dazugeflogen ist

Gegen 14 Uhr erreichen wir Seronera, das (Besucher-)Zentrum der Serengeti, wo es neben einem kleinen Airport (!) auch ein Media Center, einen Andenkenshop und ein Bistro mit überteuertem und wahrlich schlechtem Essen gibt. Und es gibt jede Menge Tiere, die wie Nutrias aussehen und wie wild hinter den Essensresten der Touristen her sind.

Hier machen wir eine Lunchpause, ich bestelle mir aber nur einen Tee. Mehr schlecht als recht schleppe ich mich herum und würde liebend gerne irgendwo liegen… Der Driver ist mit dem Jeep los und tankt ihn voll. Das alles dauert eine gute Stunde, dann geht es weiter.

Wir kommen an einem Wasserloch vorbei, in dem Joseph ein Krokodil entdeckt. Könnt ihr es auch sehen? 😊

Wo ist das Krokodil?!

Nur sechs Minuten später stoppt das Auto plötzlich mit einem knirschendenGeräusch, wir kippen leicht auf die linke Seite und ich sehe aus dem Fenster unser linkes Hinterrad einen anderen Weg nehmen – es rollt gemächlich rückwärts in die Savanne.

Joseph holt den Hinterreifen wieder an Land
Diese ratlosen Blicke auf den abtrünnigen Reifen sprechen Bände…

Wow! Panne in der Savanne! Das passt ja… „Anfängerfehler“, ist das einzige, was mir dazu einfällt. Am Rad ist keine einzige Schraube mehr! Die Reifen sind neu, am Wochenende montiert worden und selbst ein Greenhorn weiß, dass die Muttern dann nach einigen Kilometern nachgezogen werden müssen. Bei diesen extremen Straßenverhältnissen ist es ein Wunder, dass wir überhaupt soweit gekommen sind. Und ein Glück, dass wir so nah am Serengeti Visitor Center sind. Nach etlichen Minuten ratlosen Starrens auf den Auslöser unserer Misere fällt Joseph dann doch ein, mal zu telefonieren. Hilfe kann ja nicht lange dauern, denke ich, und nutze die Zeit des Wartens erstmal für einen längeren Schlaf.

Anderthalb Stunden später wache ich auf und stelle fest, dass die Situation völlig unverändert ist. Außer dass Kim und Sophie auf das Dach geklettert sind und Ausschau halten. Dennis und Pat sitzen noch brav im Jeep, Joseph und der Driver laufen außerhalb des Autos herum. Immer wieder halten Jeeps mit Touristen an, aber die rettende Hilfe in Form von sechs Schrauben und einem Schraubendreher ist noch nicht gekommen.

Der einigermaßen ungestörte Schlaf hat gut getan, ich schiebe aber sicherheitshalber noch eine Ibu nach und meine Lebensgeister sind wieder wach. Ich kann unserer Situation durchaus Gutes abgewinnen – ein bisschen Abenteuer ist doch super! So klettere ich aus dem Jeep und schaue mich erstmal etwas um.

Direkt neben uns befindet sich ein Wasserloch mit jeder Menge Tierspuren. Einige lassen sich zweifelsfrei bestimmen:

Der Tatzenabdruck eines Löwen

Aber auch Giraffen, Antilopen und Hippos scheinen hier gerne zu trinken. Dumpfe Geräusche ganz aus der Nähe lassen Hippos vermuten … das Loch scheint größer zu sein als es den Anschein macht.

Nach zwei Stunden kommt nun doch endlich Hilfe: Ein Jeep mit zwei Rangern, die tatsächlich Schrauben dabei haben. Aber… was soll ich euch sagen … sie passen nicht! Es wird noch hin und her probiert, aber auch dadurch werden die Schrauben nicht kleiner 🙈 Die beiden steigen wieder in ihren Jeep und weg sind sie. Wir fragen Joseph, ob uns nicht jemand von unserem Camp abholen kann. Er telefoniert und meint dann, sie würden jemanden schicken.

Rast außerhalb des Autos – Löwen kommen schon nicht!

Inzwischen verabschiedet sich die Sonne mit einem grandiosen Schauspiel. Und aus dem Hippopool, was unser Wasserloch auf der uns verborgenen Seite wohl sein muss, entsteigt ein Flußpferd dem kühlen Nass. Keine 30 Meter ist es von uns entfernt. Wir wissen, dass Hippos zu den gefährlichsten Wildtieren gehören. Aber dieses hier scheint friedlich nach etwas zu fressen zu suchen.

Das Hippo scheint uns nicht zu bemerken, sondern grast friedlich vor sich hin

Um kurz vor sieben, dreieinhalb Stunden, nachdem der Reifen das Weite gesucht hatte, werden wir von einem Jeep und zwei Rangern aufgenommen, die uns zu unserem Camp bringen wollen. Wir laden unser Gepäck in das andere Auto und lassen mit gemischten Gefühlen Joseph und den Driver am kaputten Jeep zurück.

Aus dem dahinrasenden Jeep, der uns zu unserem Camp bringt, gelingen noch ein paar Aufnahmen vom letzten Licht des Tages

Die beiden Ranger sind locker drauf und es entsteht eine angeregte Unterhaltung. Beide gehören zu einer der zahlreichen Tour-Companies, die Safaris anbieten, und kennen sich hier gut aus. Joseph hatte etwas von nur 2 Kilometern Entfernung erzählt, aber wir realisieren irgendwann, dass das unmöglich stimmen kann. Es ist jetzt stockdunkel in der Serengeti, wir durchfahren hohes Gras und die Wege sind irre matschig. Mehr als einmal muss der Driver weiter ausweichen oder mit viel Geschick, Gas und Vorwärts-, Rückwärtsmanövern das Fahrzeug aus dem Sumpf lenken. „I trust my car“, beruhigt uns der Driver. „It’s a good and strong one!“ und tatsächlich haben auch wir mehr Vertrauen in diesen Luxusjeep als in den unseren.

Uns begegnen noch zwei Tiere, ein Schakal, der vor uns über die Straße läuft, und eine riesige Eule, die auf einen Baum flattert und sich von uns anleuchten lässt, damit wir sie auch gut sehen können. Wir sorgen uns, wie Joseph wohl den Weg finden würde, denn mehrmals sind wir schon abgebogen und Orientierung haben wir keine mehr. Ich brauche, glaube ich, nicht erwähnen, dass es hier nur sehr selten Hinweisschilder gibt …

In der Ferne haben wir Lichter ausgemacht, die zu unserem Camp gehören sollen. Inzwischen sind wir mehr als 25 Kilometer gefahren und schon eine Stunde unterwegs. Ich stelle mal wieder fest, wie gut es ist, wenn wildfremde Menschen sich als Retter in der Not erweisen. Wir sind alle miteinander verbunden. Dies ist unsere gemeinsame Geschichte.

Endlich kommen wir den Lichtern näher und können schon so etwas wie Häuser ausmachen, da stoppt der Driver, berät sich kurz mit seinem Kumpel und dreht dann um. Das falsche Camp!! Oha! So viel zu guten Ortskenntnissen…

Keine 500 Meter weiter sehen wir wieder Lichter in der Schwärze der Nacht. Diesmal aber von einem anderen Auto, das sich festgefahren hat. Es ist ein Safarijeep, der nicht mehr weiterkommt. Kurzentschlossen nimmt unser Driver Anlauf und fährt mit Schwung hinten gegen den anderen Jeep, um ihn aus dem Matsch zu stoßen. Das vordere Auto unterstützt das Manöver, in dem es auch Gas gibt, aber es scheint keinen Vierradantrieb zu haben, denn das linke Hinterrad dreht in der Luft mit.

Es klappt und klappt nicht, aber unser Fahrer gibt nicht auf. Der Motor ist inzwischen heiß gelaufen und qualmt und stinkt wie sonst was. Doch dann: Der erste Jeep ist frei! Jetzt müssen nur wir es noch schaffen… Vielleicht hilft beten..?! Etliche Minuten mit massenhaft Qualm, Gestank und spritzendem Schlamm später sind auch wir durch! Himmel, danke!

Yeahhhh!!!

Aber noch ist das Abenteuer nicht zu Ende. Hier passt mal wieder Pats Satz, den wir schon von unserer Anreise kennen: „You know, guys, you have signed for the adventure tour! Not for the normal one!” We know!!

Wir haben den ersten Jeep überholt und fahren jetzt vor. Nur eine Biegung später tut sich erneut ein riesiges Schlammfeld vor uns auf. Beherzt fährt unser Fahrer hinein – und bleibt stecken! Oh WOW! Keine Chance, auch nicht durch Pushen des anderen Jeeps! Selbst der starke Luxusjeep muss an dieser Stelle kapitulieren. Und jetzt??? Es ist inzwischen halb neun – unsere Träume von einem entspannten Abend im Camp mit langer, warmer Dusche, Lagerfeuer, Gin Tonic, Dinner und mindestens einer Flasche Rotwein sind schon längst zerplatzt.

Unser Driver telefoniert und nach einer Weile tauchen in der Dunkelheit zwei Lichtkegel auf, die sich langsam nähern: Ein Auto, genauer ein Jeep mit einer offenen Ladefläche, der uns zu Hilfe gekommen ist. Unser Driver teilt uns mit, dass wir die Autos wechseln müssen. Okay! Also, alle Klamotten zusammensuchen, Tür auf und raus in die Dunkelheit und den Matsch. Die beiden neuen Ranger sind uns behilflich, nehmen uns einen nach dem anderen an die Hand und führen uns durch Schlamm und über Gras bis zu ihrem Auto, das am anderen Ende des Schlammfeldes wartet. Wir ziehen alle unsere Schuhe aus, denn wir versinken bis zu den Waden im Matsch.

Auch die zwei Touristen aus dem anderen Jeep, der hinter uns ist, steigen um und klettern mit uns auf die Ladefläche. Gerade sind alle an Bord und haben eine Sitzgelegenheit bzw. etwas zum Festhalten gefunden, da trifft noch ein Jeep am richtigen Ende des Schlammfeldes ein. Aus ihm steigt ein Mann, der uns auffordert, in sein Auto umzusteigen. Ich rufe ihm zu, dass alles ok ist und wir mit diesem Auto fahren können, aber er besteht darauf, uns mitzunehmen, sein Auto sei sicherer und komfortabler. Er stellt sich als Manager des Camps vor, das nur noch fünf Minuten entfernt ist. Wir geben nach und klettern alle wieder runter von der Ladefläche. So sitzen wir letztendlich barfuß, schlammig und aufgekratzt im vierten Autos, eng zusammengequetscht, weil wir ja sieben Touristen sind. Mit uns auch unser Gepäck.

Wie versprochen erreichen wir ein paar Minuten später das Camp Osupuku, das richtige diesmal!, und dürfen uns, so dreckig wir sind, erstmal im Rezeptionszelt auf die Sitzgelegenheiten fallen lassen. Wir checken ein und schnell sind uns die Zelte zugeteilt. Kim, Pat und ich teilen uns eins. Es ist recht groß, mit drei fantastischen Betten und einem abgetrennten Badbereich ausgestattet. Und! es hat Stromanschluss 😃

Mein Bett gleich am Eingang

Der Reihe nach nehmen wir eine warme Dusche. Natürlich gibt es hier kein fließend Wasser. Aber die Dusche hat einen Duschkopf und zwei Strippen, mit denen man das Wasser starten und stoppen kann, das aus mehreren Eimern kommt, die außerhalb des Zeltes in gut zwei Metern Höhe angebracht sind und von Angestellten mit warmem Wasser nachgefüllt werden, sobald ein Eimer leer ist. LUXUS!

Frisch sitzen wir kurze Zeit später im Speisezelt. Den Weg dahin dürfen wir übrigens nicht alleine gehen. Ein Angestellter mit Taschenlampe begleitet uns, denn wir sind hier in der Wildnis und um uns herum lauern genug Tiere, die durchaus Lust auf einen Happen Nachtisch haben…

Der erste Salat seit fast zwei Wochen!

Es gibt noch reichlich Dinner! Eine Kürbissuppe als Vorspeise, dann Buffet mit Fleisch, Gemüse, Salat, Kartoffeln, Reis und natürlich Dessert – alles, was unser Herz begehrt. Und eine Flasche südafrikanischen Rotwein. Prost!

Am Nachbartisch sitzt das Pärchen, dessen Jeep „wir“ aus dem Schlamm gepusht haben. Leonard, der Manager, versichert uns, dass ohne uns die beiden noch draußen wären und wir sie gerettet hätten. Denn scheinbar hatten sie keine Möglichkeit mehr, zu telefonieren. Ha! Also auch noch eine gute Tat zu all den Abenteuern! So darf es gerne weitergehen 😀

Einzig Joseph und unser Driver machen uns Sorgen. Wo sind sie jetzt? Ist das Auto inzwischen wieder fahrtüchtig? Werden sie in der Dunkelheit und bei all dem Schlamm überhaupt hier ankommen? Daran haben wir starke Zweifel.. Und was wird dann mit morgen? Wie geht es weiter? Ich für meinen Teil könnte gerne ein paar Tage in dieser Umgebung bleiben und mich in diesem tollen Bett richtig auskurieren. Aber wir werden morgen mehr wissen. Jetzt heißt es erstmal Nighty Night!

7 Kommentare zu „My time in Tanzania 11

  1. Habt Ihr eine NGO oder andere mögliche Einrichtung gefunden, die Euch und die Schule usw. dort unterstützt und die auch von hier Unterstützung erhalten kann??? Eventuell auch durch eine deutsche Stiftung.

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    1. Lieber Christian,
      danke für deine Anteilnahme!
      Bisher verlaufen alle Bemühungen im Sande. Der Verein Macao, der hier u.a. auch für die Förderung der Schule zuständig ist und einen NGO Status hat, ist für Betterplace nicht als Trägerorganisation geeignet. Das muss ein deutscher Verein sein. Und damit wird es schwierig.
      Die Schule müsste als Projekt von einer Hilfsorganisation aufgenommen werden. Ich habe über Kai bei Brot für die Welt anfragen lassen und eine negative Auskunft bekommen. Jetzt versuche ich es gerade über das Kindermissionswerk die Sternsinger. Ich hoffe sehr, eine Organisation zu finden. Andernfalls müssten wir einen Verein gründen… Puhh
      Das ist erstmal der Stand.
      Ganz liebe Grüße
      Ulrike

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      1. Liebe Ulrike,

        zwei Stiftungen könnten eventuell in Frage kommen:

        -„Deutsche Stiftung Weltbevölkerung“ in Hannover, MItgründer Dirk Rossmann, die gerade auch Tansania im Projektspektum hat. Es wäre interessant sie anzusprechen, insbesondere mit Deinem begeisternden Berichten.

        -„Stiftung Zuversicht für Kinder“, mit Sitz in Schweiz. Im Stiftungsrat der Stiftung ist Frau Bettina Maschmeyer, die seinerzeit die AWD Stiftung für Kinder gegründet hat und möglichesweise nicht nur ihr Wissen aus der von ihr geführten Stiftung dort eingebracht hat.

        zwei Ansprechpartner, die man versuchen sollte.

        Ich bin allerdings ziemlich sicher, dass für ein solch wichtes Vorhaben, ein persönliches Gespräch sehr viel wertvoller ist, als z.B. eine briefliche Bitte mit bebilderten Anlagen.

        Dir weiterhin viel Glück bei Deinen weiteren Unternehmungen, am besten mit nicht festsitzenden Jeeps, aber mit festsitzenden Schrauben

        Mit herzlichen Grüßen
        Dein
        Christian

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      2. Lieber Christian!
        Danke für deine Recherche und die Informationen! Ich hab mich leider lange nicht gemeldet, da meine letzten Wochen ziemlich unterschiedlich waren.. Erst war ich fünf Tage lang „out of order “ – ein grippaler Infekt hat mich völlig aus dem Verkehr gezogen. Zum Glück wurde ich von allen hervorragend versorgt und gepflegt 😊 Dann kam die Kraft zurück und es hieß, langsam Abschied nehmen in Loliondo. Seit heute bin ich in Moshi am Kilimanjaro und werde noch weiter reisen bis Pemba.
        Meinen Blog hoffe ich jetzt zügig nachholen zu können.
        Bezüglich der Bright School und einer Möglichkeit, Spenden für diese über eine deutsche Organisation laufen zu lassen, um Spendenquittungen erhalten zu können, bin ich inzwischen fündig geworden. Misereor bietet das relativ unkompliziert an. Dies werde ich in Angriff nehmen, wenn ich wieder in Deutschland bin.
        Ich grüße dich sehr herzlich aus dem heißen Moshi!
        Deine Ulrike

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      3. Hola buona amiga Ulli,
        herzlichen Dank für Deinen ersten Bericht aus Mexiko. Ich habe mich besonders gefreut, dass Du es mit der Gastfamilie so gut getroffen hast und Dich noch ein wenig aklimatisieren kannst. Die Idee mit dem Sprachkurs ist richtig gut, insbesondere auch für die folgende Zeit in Deinem Einsatz. Ich kann so ein paar Brocken Spanisch, aber Heba kann sich recht gut, z.B. über medizinische Themen verständigen.
        Ich denke an Dich und wünsche Dir eine schöne und erlebnisreiche Zeit
        Mit herzlichen Grüßen
        Dein Christian

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  2. Liebe Ulli,
    ich warte immer schon ganz gespannt auf Deine sensationellen Berichte. Ich muss gestehen, ich hatte mir Afrika völlig anders vorgestellt. Inzwischen habe ich so viele Fragen zu diesem Land. Ich wünsche Dir, dass Deine Fitness Dich weiterhin begleitet. Gut, dass Du den Driver-Job nicht übernommen hast, allerdings, schade für die Löwen. Da ich ja auch vieles „besser weiß“, hätte man nicht aus den verbliebenen 3 Rädern jeweils eine Schraube entnehmen und so das 4. Rad notdürftig bis zur nächsten Tanke einsatzfähig machen können?

    Ich wünsche Dir weiterhin abenteuerliche Erlebnisse und komm gesund wieder.

    LG Bernd

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    1. Lieber Bernd!
      Danke für ein Lebenszeichen von dir! Die Idee mit den Schrauben ist super! 😃 ich bin mir allerdings nicht sicher, ob die beiden selber einen Schraubendreher dabei hatten 😬
      Momentan bin ich leider nicht so fit… Hoffe, dass ich bald wieder auf dem Damm bin.
      Liebe Grüße
      Ulli

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