My time in Tanzania

Als Workawayer unterwegs in Afrika

Karibu! Das heißt Willkommen auf Suaheli und so fühlte ich mich nach dem Start meines allerersten Treffens mit Afrika. Es ist phantastischer und aufregender, als ich es mir je ausmalen konnte! Und da in den letzten beiden Tagen so viel passiert ist, komme ich erst jetzt dazu, euch meine Erlebnisse zu schicken. Inzwischen habe ich mein Ziel erreicht, aber es war eine überaus abenteuerliche Reise bis hierher. Und daran, wie an allen weiteren Abenteuern, möchte ich euch gerne teilhaben lassen. Kommt ihr mit nach Afrika?!

Die AnreiseTeil 1

Es war ein toller und emotionaler Abschied am Flughafen Hannover! Danke an mein bestes Team für eure Begleitung bis zur Flugzeugtür, auch wenn ich nicht im Rollstuhl gereist bin 🙂

08.01.2020
Mit der TK 1554 nach Istanbul – danke, Yelda, für das Foto

Den ersten Flug genieße ich völlig entspannt in einem fast leeren A330. Dann Umsteigen am komplett weihnachtlich geschmückten Flughafen Istanbul (das liegt doch immer noch in der muslimischen Türkei oder habe ich etwas nicht mitbekommen?). Am Gate für meinen Weiterflug nach Daressalam beobachte ich gespannt meine Mitreisenden. Wer will denn alles so nach Tanzania? Viele Afrikaner, ganz modern gekleidet. Und einige Europäer, die meisten sehen wie Touristen aus. Ich finde mein Reiseziel durchaus exotisch, aber hier am Gate ist davon noch nicht viel zu spüren.

Für alle, die nicht genau im Bilde sind, ein paar kurze Hintergrundinfos zu meiner Reise: Von einer Freundin habe ich von der Plattform Workaway gehört und die Idee dahinter, mittels eines weltweiten Netzwerkes ehrenamtliche Arbeit zu vermitteln, ist so einfach wie genial. Und es funktioniert so gut, dass die Community inzwischen weltweit über 40.000 Gastgeber und weitaus mehr Volunteers zählt. Kurz vor Weihnachten hatte ich mein Profil für die Internetseite von Workaway fertig und ein Projekt in Loliondo, Tansania, angeschrieben, das beeindruckende Feedbacks von anderen Volunteers aufweisen kann. Wenn man die Berichte dieser Workawayer liest, muss in Loliondo der Himmel auf Erden zu finden sein. Da wollte ich hin! Und glücklicherweise schrieb mir Baraka schon drei Stunden später zurück, dass ich herzlich willkommen bin und gerne Anfang Januar an seiner Bright English Medium School helfen kann.

Und so steige ich also in Istanbul in einen weiteren, komplett ausgebuchten kleineren Flieger und ab geht es durch die Nacht nach Daressalam. Von Entspannung kann diesmal keine Rede sein. Eingequetscht zwischen zwei Passagieren ist Schlafen nur bedingt möglich. Auch der Blick aus dem Fenster ist eingeschränkt und so habe ich von Afrika, das sich unter uns ausbreitet, nur ab und zu Lichter in der Dunkelheit wahrgenommen.

Kurz vor drei Uhr dann ein funkelndes Lichtermeer und der Landeanflug auf Daressalam, der Hauptstadt von Tanzania. Die Einreise klappt reibungslos und drei Stunden später sitze ich in einer Propellermaschine, die mich zum Airport Kilimanjaro bringt. Hinter uns geht die Sonne auf und nach einer Dreiviertelstunde taucht auf der rechten Seite durch die Wolkendecke der Kilimandscharo auf – Afrikas höchster Berg.

09.01.2020
Knapp 6.000 Meter hoch ragt das Massiv des Kilimandscharo durch die Wolken

Die Luft ist angenehm frisch, als wir aussteigen. Ein kurzer Weg vom Flugzeug ins Gebäude, das Gepäck kommt augenblicklich und am Ausgang wartet tatsächlich Lembris, mein Taxifahrer! Karibu! Er umarmt mich herzlich und ich freue mich, dass mein Reiseplan bis hierher so super klappt. Baraka hatte mir zwei Tage nach unserem ersten Kontakt über WhatsApp die Nummer von Lembris geschickt, der mich mit seinem Taxi abholen und zur Schule bringen sollte. Mit Lembris selber hatte ich ab Weihnachten immer wieder kurze Kommunikation. Also alles fein!

Lembris lädt mein großes Gepäck auf die Rückbank und ich schmeiße meinen kleinen Rucksack auf den Beifahrersitz. Woraufhin Lembris mich auf das Lenkrad vor dem Beifahrersitz aufmerksam macht und vorschlägt, dass ich doch besser auf der anderen Seite Platz nehme und ihn ans Steuer lasse. Ach richtig! Linksverkehr! So startet also Lembris sein Taxi (einen grauen, schon etwas ramponierten Nissan) und wir fahren vom Flughafen los Richtung Arusha, das 50 km entfernt liegt. Von dort, so erklärt Lembris, während er umsichtig und vorsichtig seinen Wagen über eine gut ausgebaute Straße lenkt, sollte ich eigentlich mit einem Bus bis nach Loliondo zu „meiner“ Schule fahren. Ich bin etwas erstaunt. Von einem Bus hatte Baraka nie gesprochen… Aber gut. Allerdings .. nun doch kein Bus! Da es in den letzten Tagen geregnet hätte, sei die Straße sehr schlecht und unsicher und es könnte sein, dass der Bus länger als einen Tag bräuchte. Und im Bus zu übernachten sei für mich zu gefährlich. Deshalb hätte Baraka organisiert, dass ich von seinem Schwager abgeholt und nach Loliondo gebracht werde. Ok! Was soll ich machen?! Es klingt nach guter Organisation. Was Lembris auch noch erzählt, ist, dass er am Vortag zwei Deutsche nach Arusha gebracht hat. Dies interessiert mich nicht so sehr und wir reden auch nicht weiter darüber, aber diese Info sollte mich durchaus etwas angehen, wie ich etwas später erfahre.

09.01.2020
Lembris macht seinen Job hervorragend

Obwohl Lembris mir so viel erzählt, höre ich ihm aber doch nur mit einem Ohr zu. Denn das, was ich vom Auto aus sehen kann, fasziniert mich viel, viel mehr. Wir fahren durch die Region Arusha. Entlang der durchaus verkehrsreichen Straße wechseln sich Ortschaften mit weniger bewohnten Gegenden ab. Die Ortschaften überwiegen aber bei weitem. Sie sind .. sehr anders als deutsche Orte! Einfach gebaute Steinhäuser neben Wellblechhütten und Baracken, offene Stände, an denen ALLES verkauft wird, ab und an auch Hühner und Hunde dazwischen, alles ist bunt, staubig, ärmlich und irgendwie chaotisch, aber Leben pur! Denn überall sind Menschen. Die aber mal ganz anders aussehen als die Leute aus meinem Flieger nach Daressalam. Farbenfroh und traditionell gekleidet, Frauen mit und ohne Babys auf dem Rücken, einige mit schweren Säcken/Eimern/Körben auf dem Kopf, in so wunderschönen Kleidern, das man meinen könnte, sie gehen zum Ball, Männer auf Motorrädern, am Straßenrand sitzend oder geschäftig beim Reparieren von irgendetwas, in dicke Pullover und Jacken gekleidet, dass mir schon beim Zusehen der Schweiß ausbricht angesichts der tropischen Temperaturen draußen, und massenhaft Kinder in ihren Schulunifornen auf dem Weg zu ihren Schulen. Eine andere Welt! So komplett anders als das, was wir kennen. Und deshalb umso faszinierender!

09.01.2020
Auf dem Weg nach Arusha

Lembris, ich erwähnte es schon, fährt vorschriftsmäßig 50 und ist ein vorsichtiger Fahrer, der nur bei allergrößtem Platz mal einen Bus oder einen Lastwagen überholt. Und trotzdem wird er nach 30 Minuten von einer der vielen Verkehrskontrollen zum Anhalten genötigt. Der Polizist geht misstrauisch um das Auto, kontrolliert sämtliche Lichter und lässt sich die Fahrzeugpapiere zeigen, die Lembris leicht schwitzend nach einiger Suche aus dem vollgestopftem Handschuhfach zieht. Der Polizist lässt uns mit einem unzufrieden Gesichtsausdruck weiterfahren – leider hat er keine Strafe verhängen und kein Geld kassieren können. Glück für Lembris 🙂

Nach einer guten Stunde erreichen wir Arusha, eine Stadt mit rund 500.000 Einwohnern und neben Daressalam der wichtigste Industriestandort Tansanias. Auf mich macht das, was ich nach den ersten Minuten wahrnehme, allerdings mehr den Eindruck einer 100 % Steigerung der gerade durchfahrenen Ortschaften.

09.01.2030
Ankunft in Arusha

In Arusha würden wir ein bisschen Pause haben, um Geld zu holen bzw. zu tauschen und eine SIM Karte zu kaufen, da hier die letzte Möglichkeit dafür wäre, so hatte mir Lembis erklärt. Und dass wir nun den Schwager von Baraka treffen, das hatte ich mir auch noch gemerkt. Wir halten nach dreimal Abbiegen von der Hauptstraße aber vor einem kleinen Hostel. Lembris steigt aus und begrüßt auf Herzlichste drei – europäisch aussehende – Leute, die vor dem Hostel scheinbar auf ihn gewartet haben. Ich steige also auch aus und mache mich bekannt mit Pat aus den USA und Sophie und Dennis aus … Deutschland! Ha! Das sind die Deutschen! Und wie sich nach kurzem Austausch herausstellt, sind sie ebenfalls Workawayer und fahren wie ich zur Bright English Medium School nach Loliondo! Na sowas!! Cool 😀

Während Lembris mit den Dreien zu einer Bank fährt, damit sie Geld abheben können, darf ich mich in Pats Zimmer kurz frisch machen. Die drei sind gestern Abend angekommen und hatten in dem Hostel übernachtet, um auf mich zu warten. Wenig später sind sie alle wieder da. Nun fahren das deutsche Pärchen und ich mit Lembris los, um meine Dollar gegen Tansania Schillinge zu tauschen und für jeden eine SIM Karte zu kaufen. Der kurze Weg bis zur Bank reicht, um festzustellen, dass Dennis und Sophie wie ich am 8. Januar gestartet sind – und zwar aus Hannover!!!! 😃 Allerdings mit der 6:20 Uhr Maschine der Lufthansa nach Frankfurt und von dort direkt nach Kilimanjaro. Gibt’s denn sowas???!!! Und die beiden wohnen auch noch in Hannover Linden. Sophie hat gerade den ersten Teil ihres Medizinstudium beendet und Dennis ist mit seinem Studium Maschinenbau fertig, Und da klingelt etwas bei mir! Hatte ich nicht auf den Seiten von Workaway etwas über die beiden gelesen?! Klar! Sie waren mir als Workawayer near by vorgeschlagen worden und ich hatte mir ihr Profil angeschaut. Was ich übrigens nur noch bei zwei weiteren getan habe. Wie irre! Da fliegt man ins tiefste Afrika – und trifft Nachbarn!

Lembris geht mit mir in die Wechselstube. Wir müssen warten und nehmen auf Stühlen Platz. Warum dort nur flüsternd gesprochen wird und die anderen Menschen völlig eingeschüchtert wirken, bleibt mir ein Rätsel. Lembris deutet mir geheimnisvoll an, dass er für mich tauschen könne, aber das lasse ich mir nicht aus der Hand nehmen. 1 Dollar entspricht rund 2.000 Schillingen. Die höchste Banknote, die ich bekomme, sind 10.000 Schillinge. Und so habe ich nach einer Weile ein so dickes Bündel Geldscheine in meinem Portemonnaie, dass ich es kaum noch schließen kann.

Bevor wir die SIM Karten kaufen, halten wir an einem Markt und erstehen ein paar Bananen und Orangen. So ein Markt ist schon irre farbenfroh und vielfältig:

Die SIM Karten werden gekauft, die Handys eingerichtet und mit 6 Gigabyte sind wir fürs Erste gut ausgestattet. Zurück im Hostel packen alle ihre Koffer und Rucksäcke in Lembris‘ Taxi (was mehr als schwierig ist, weil Pat mit anderthalb Koffern reist und auch ich neben meinem Rucksack einen Koffer mithabe, in dem Kinderkleidung und zwei Laptops für die Schüler sind). Es ist eng im Auto, aber wir schaffen den Weg zu einem kleinen Restaurant, wo wir in Eile ein schnelles Breakfast zu uns nehmen – Kaffee (-pulver mit Milch), Tee (-beutel mit Milch), Omelette, Samosa (mit Hackfleisch gefüllte Teigtaschen) und Chapatis (Maispfannkuchen) – weil um 11 Uhr der Bus fährt.

09.01.2020
Breakfast mit Lembris, Sophie, Dennis und Pat

Ja! Wir fahren nun doch Bus. Ich hab wahrscheinlich wirklich nur halb zugehört… Denn der Schwager holt uns in Karatu ab, nicht in Arusha. Aha! Und von hier nach dort fährt ein Bus, für den Lembris auch schon Tickets organisiert hat. Von Karatu wird der Weg mit dem Schwager und seinem Jeep dann direkt nach Loliondo weitergehen und da der direkte Weg durch den Ngorongoro Nationalpark führt, werden wir, so verspricht uns Lembris, also heute noch eines der Highlights von Tansania zu sehen bekommen! Wow!

Lembris fährt uns und unser ganzes Gepäck nun zum Busbahnhof. Der Busbahnhof! Ich versuch’s mal so: Stellt euch einen chaotischen Busbahnhof vor. Also!! Gebt euch mehr Mühe! Es muss RICHTIG chaotisch sein! Ok… Wenn ihr diese Vorstellung jetzt mal 100 nehmt, dann habt ihr vielleicht annähernd eine Idee von diesem Busbahnhof!! Dort stehen Busse dicht an dicht und die allermeisten von ihnen sehen keineswegs Vertrauen erweckend aus. Lembris steuert allerdings auf einen Bus zu, der mich etwas erleichtert aufatmen lässt. Unser Gepäck wird auf das Dach gehieft und dort verschnürt. Wir nehmen auf den vorderen Plätzen Platz – Pat auf dem Beifahrersitz und ich zwischen ihr und dem Fahrerplatz auf einem Notklappsitz mit Rückenlehne, die mir bis unter die Schulterblätter reicht. Immerhin – es gibt einen Beckengurt. Dennis und Sophie sitzen hinter dem Fahrer.

09.01.2020
Abenteuer Busfahrt

Immerzu kommen Händler mit allen vorstellbaren Waren an die Busfenster und bieten ihr ganzes Geschick auf, um Armbänder, Uhren, Sonnenbrillen, aber auch Kekse, Obst und Eis an die Fahrgäste zu verkaufen. Wir können uns dieser Armada nur schwer erwehren, aber es entstehen auch sehr nette Gespräche mit diesen hartnäckigen Guys and Ladies.

Gegen 11:30 Uhr scheint langsam alles startklar zu sein. Der Fahrer nimmt Platz und startet und fährt 8 Meter und hält an. Und setzt zurück und fährt rückwärts in die Menschenmenge, die um den Bus herum ist, auf den alten Standplatz, als ob es auf ein paar Verluste nicht ankäme. Wie durch ein Wunder wird niemand verletzt! Und dann steigt er aus und kommt erstmal nicht wieder. 15 Minuten später öffnet er die Fahrertür, um in der Ablage nach winzigen Ersatzteilen zu suchen. Die Batterie sei kaputt und muss ausgewechselt werden, erfahren wir. Gut, dass das jetzt erfolgt und nicht unterwegs! Um 12 Uhr ist er erfolgreich fertig, startet ein zweites Mal und diesmal geht es wirklich los. (Und wieder kommen Menschen, die zwischen den Bussen hin und her laufen, nur knapp mit dem Leben davon, so scheint‘s, weil hier die Busse definitiv fahren, wenn sie fahren!)

09.01.2020
Abfahrt nach Karatu

Wir fahren mehr als rasant über Land auf einer asphaltierten Straße durch größtenteils unbewohntes Gebiet. Mir wird bewusst, dass ich den strategisch ungünstigsten Platz im Falle eines Unfalls habe, aber ich tanke kurz eine große Portion Gottvertrauen und bin durchaus zuversichtlich, heile anzukommen. Wieder sehen wir auf dieser Fahrt viele Menschen. Die Händlerarmada ist auf der Strecke nach Karatu in jedem Ort gleich da, wenn der Bus kurz oder auch etwas länger hält, und so bleibt viel Zeit für diese Geschäfte. Auch die Polizei ist fleißig und hat gefühlt alle zwei Kilometer eine Kontrolle aufgebaut. Der Busfahrer hat einen Best Buddy, der an der Tür sitzt und bei jedem Halt diese öffnet, herausspringt und irgendetwas tut. Wir bekommen es vorne nicht wirklich mit. Nach der zigsten Kontrolle und unserer neugierigen Nachfrage raunt der Fahrer uns zu, dass sein Kumpel den Polizisten Geld geben würde. Oh.. so funktioniert das hier also. Gut zu wissen!

Die Landschaft ist durchgehend grün, Weideland mit wechselnder Vegetation – mal mit Bäumen und Büschen, mal ohne. Immer wieder Herden von Kühen und Ziegen, deren Hüter meist ganz in der Nähe sind. Die Sonne knallt vom Himmel und wir schwitzen ordentlich vor uns hin. Zum Glück sind die Fenster vorne geöffnet und der Fahrtwind bringt etwas Kühle. Trotz meines nicht so komfortablen Platzes überrollt mich irgendwann der Schlaf – ich hatte ja die letzten 34 Stunden nicht ganz so viel davon bekommen. Und so bekomme ich von der Fahrt leider nicht alles mit, nur dass die Landschaft langsam hügeliger und die Natur üppiger wird. Nach drei Stunden kommen wir in Karatu an und vier Volunteers steigen an der ersten Haltestelle aus. Welch Freude – der Schwager von Baraka, John, ist auch schon da zusammen mit seinem Bruder Johnson, seinem Sohn Jonathan und einem weißen, robust wirkenden Landrover. Nachdem klar wird, dass unser ganzes Gepäck plus sieben Leute unmöglich in den Siebensitzer ohne Kofferraum passen, werden Koffer und Rucksäcke erneut aufs Dach gebracht und verstaut. Dies nimmt eine gute Weile in Anspruch, in der wir in der Sonne schmurgeln.

09,01,2020
John (in rot) und Jonathan

Endlich ist‘s geschafft und wir fahren los, allerdings nur bis kurz hinter den Ort, wo wir vor einem Office des Ngorongoro Nationalpark anhalten, um unsere Tickets für die Durchfahrt zu kaufen. Es dauert eine Ewigkeit, bis John, Johnson und Jonathan zurückkommen und uns erklären, dass es unerklärlicherweise nicht mehr möglich ist, für Touristen Durchfahrttickets zu erhalten (zu einem Preis von 29 $), sondern wir jetzt normale Eintrittskarten kaufen müssten für 70 $ pro Person. Entsetzte Blicke bei Sophie und Dennis und Empörung bei Pat, die für einen solchen Preis nicht nur durchfahren, sondern eine richtige Safari haben möchte. Ich bin ganz ihrer Meinung! Und wenn wir schon mal da sind – das Herzstück des Parks ist der Ngorongoro Krater, in dem die Big 5 (Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard) zu sehen sind und der zu den großartigsten Naturerlebnissen von ganz Afrika zählt. Die Tour durch den Krater kostet aber extra – 290 $ pro Jeep! Puh! Es folgen lange Diskussionen und Abwägungen von Alternativen (eine Straße außerhalb des Parks, „very rough“!! und wesentlich länger), zig Telefonate mit Baraka und (drei!) Versuche, die Officemitarbeiter zu einem günstigen Preis zu überreden. Letzten Endes fassen wir den Plan, die Nacht über in Karatu zu bleiben (es war inzwischen schon nach 17 Uhr) und am nächsten Morgen ganz früh um 5:30 Uhr in den Park zu starten – mit Krater! Denn wer weiß, wann wir jemals wieder hierher kommen würden.

09.01.2020
Das Hostel der ersten Nacht

Eine Unterkunft ist nicht ganz so einfach gefunden, aber nach drei Fehlversuchen landen wir in einem sauberen, günstigen Hostel mit warmer Dusche und afrikanischem Klo (Schlüssel in Bodenhöhe). Das Dinner nehmen wir ungeduscht in einem amerikanisch anmutendem Restaurant ein – Fischfilet in Kokos mit Reis und Kohl. Es ist super lecker! Und Savanna, ein afrikanischer Cidre. Auch lecker!

Mit dem afrikanischen Vollmond über Karatu schließe ich den ersten Bericht – und verspreche, mich morgen kürzer zu fassen. Gute Nacht nach Hause!

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